Dienstag, Juni 17, 2008

Kleine Knotenkunde 3

Der Windsorknoten ist wohl der dem Namen nach bekannteste Krawattenknoten. Gleichzeitig sagt man ihm nach, nicht ganz einfach zu binden und deshalb ein Knoten für Fortgeschrittene zu sein. So kompliziert ist er meiner Ansicht aber gar nicht, und wie überall gilt auch hier: Übung macht den Meister.
Der Windsor ergibt einen sehr breiten, symmetrischen, dreieckigen Knoten und wirkt dadurch recht steif und förmlich. Das mag mit ein Grund dafür sein, warum er heutzutage nicht mehr so beliebt ist wie früher. Er bietet sich für eher für leichtere Stoffe, weite Hemdkragen und festliche oder offizielle Anlässe an.
Als Erfinder des Knotens gilt der Duke of Windsor, der frühere König Edward VIII. von England. Wie so oft hat auch diese Legende einen Haken: der Herzog trug zwar gerne große Knoten, die aber alleine durch den schweren Stoff und nicht aufgrund der Bindung entstanden. Es wird sogar behauptet, der Name gehe gar nicht auf ihn zurück, sondern auf seinen Großvater Edward VII. - was ich für fraglich halte, da dieser gar nicht den Titel Duke of Windsor trug.

Der Knoten wird manchmal auch doppelter oder ganzer Windsor genannt - ersteres ist falsch, letzteres deutet darauf hin, dass es auch eine "unvollständige" Version gibt: den halben Windsor.
Der halbe Windsor liegt größenmäßig zwischen dem Four-in-Hand und dem ganzen Windsor. Entgegen seinem Namen ist er allerdings nicht halb, sondern ungefähr Dreiviertel so groß wie sein "großer Bruder". Obwohl er ähnlich symmetrisch ist wirkt er etwas weniger förmlich und wird auch gerne für den Businesslook genutzt. Er eignet sich für fast alle Stoffe und Kragenweiten. Der halbe Windsor dürfte nach dem Four-in-Hand der bekannteste und beliebteste Knoten zumindest in Europa sein. Mit diesen beiden und dem Full Windsor ist die Liste der drei Krawattenknoten, die "jeder zivilisierte Mitteleuropäer beherrschen sollte" (Eigenzitat) auch schon komplett. Da es aber noch weitere interessante und/oder leicht zu bindende Arten gibt, ist diese kleine Knotenkunde noch nicht beendet! In der nächsten Folge schauen wir mal über den Tellerrand, wie auf anderen Kontinenten so geknotet wird...

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Sonntag, Juni 15, 2008

Kleine Knotenkunde 2

Der Four-in-Hand ist der einfachste in Europa verbreitete Krawattenknoten und beweist, dass Krawattenbinden gar nicht so schwer ist wie oft behauptet wird.
Deshalb wird der Four-in-Hand auch als "Einfacher Knoten" bezeichnet. Da britische Internatszöglinge ihn ebenfalls bevorzugen, ist er auf den Inseln auch als schoolboy knot bekannt. Dortige Schüler neigen dazu, ihn nicht ganz korrekt zu binden, sondern den obersten Hemdknopf offen und den Knoten locker zu tragen - was äußerst lässig aussehen kann, wie man hier sieht.
Die Namensherkunft des Four-in-Hand ist ungewiss, es existieren drei Varianten: die Kutscher von Vierspännern banden so die Zügel zusammen, oder sie verwendeten diesen Knoten für ihre Halstücher, oder aber die Mitglieder des gleichnamigen früheren Londoner Clubs trugen als erste diesen Knoten und machten ihn so populär.

Der Four-in-Hand ist ein kleiner, leicht asymmetrischer Knoten und wirkt dadurch locker und dynamisch. Er kann sehr gut im Büro, aber auch zu formelleren Anlässen getragen werden und eignet sich für alle Stoffe und prinzipiell für alle Hemden, obwohl im Allgemeinen schmale Kragen empfohlen werden. Das schöne am Four-in-Hand ist, dass ein paar kleine Variationen reichen, und man erhält weitere Knoten. Durch zwei statt nur einer waagerechte Bewegungen bindet man einen Viktoria. Das bietet sich an, wenn die Krawatte zu lang ist, außerdem wird der Knoten etwas fülliger als beim Einfachen.
Führt man das breite Ende beim Viktoria am Ende unter beiden waagrechten Streifen hindurch, so erhält man einen Prinz-Albert-Knoten, bei dem ein Stückchen Stoff von unten durchschaut - ein floraler Effekt, da das Ergebnis an einen Blütenkelch erinnert.
Zwei Four-in-Hands hintereinander ergeben einen noch größeren Knoten, den Cavendish. Er ist ungefähr so groß wie ein Windsor, allerdings länglicher und damit weniger formell.

Man sieht: wer den Four-in-Hand beherrscht, ist für alle Gelegenheiten gut gerüstet und kann mit nur wenigen Änderungen gleich vier verschiedene Knoten binden!

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Kleine Knotenkunde 1

Theoretisch gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, eine Krawatte zu binden. Natürlich ergeben nicht alle eine sinnvollen oder tragbaren Knoten. Davide Mosconi und Ricardo Villarosa stellen in ihrem Buch „Getting knotted“ 188 Arten vor, während Thomas Fink und Yong Mao in ihrem Standardwerk "The 85 Ways to Tie a Tie" nur auf die titelgebenden 85 kommen - wobei sich auch diese Zahl nur auf die mathematisch mögliche Anzahl bezieht, ästhetisch befriedigend davon sind nur ca. 30.
Von diesen Zahlen sollten sich Anfänger aber nicht schrecken lassen, denn zum Einen dürfte kaum jemand alle diese Knoten auswenig beherrschen, und zum Anderen reichen für den täglichen Gebrauch eigentlich drei Arten, die ein zivilisierter Mitteleuropäer meines Erachtens allerdings beherrschen sollte. Diese drei lassen sich teilweise zu weiteren Knoten variieren, so dass man letztendlich auf noch mehr Varianten kommt. Darüber hinaus gibt es zwei, drei Knoten, die vor allem außerhalb Europas verbreitet, aber relativ leicht zu lernen sind, weshalb sie hier später auch berücksichtigt werden sollen.

Welcher Knoten überhaupt gebunden werden sollte, hängt von drei Faktoren ab:
1. Der Krawatte selber, d.h. der Länge und der Beschaffenheit. Einige Knoten benötigen mehr Länge als andere, und manche Stoffe sind für bestimmte Knoten zu dick oder nicht fest genug.
2. Dem Hemdkragen. Große oder breite Knoten benötigen logischerweise einen weiteren Kragen als dünne oder längliche.
3. Dem Anlass, zu dem er gebunden wird. Einige Knoten wirken förmlicher als andere eher lässige Varianten, und es gibt auch solche, die nur zu sehr speziellen Gelegenheiten oder aber von sehr speziellen Männern getragen werden sollten.

Los geht's in der nächsten Lektion mit dem in Deutschland typischen Knoten für den täglichen Gebrauch, dem Four-in-Hand, manchmal auch nur einfacher Knoten genannt.

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Mittwoch, Januar 02, 2008

Auf ein Neues!

Das neue Jahr wurde traditionell mit sehr spätem (bzw. morgendlich frühem) Zubettgehen begonnen, wobei es mich ein kleines bisschen stolz macht, dass ich noch zwölf Stunden am Stück feiern kann, ohne bleibende Schäden davon zu tragen.
Jetzt genieße ich noch die freie Restwoche und harre der Dinge, die 2008 bringen wird, wie z.B. drei Prozent mehr Gehalt ab Januar, Karneval schon im Februar, Rauchverbot in Kneipen (endlich!), Umzug nach Hannover und hoffentlich noch einiges (Positives) mehr!

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Donnerstag, April 19, 2007

Listen


So, jetzt habe ich endlich mal alle Posts gelabelt (=Einträge beschildert). Wie man sieht, handelt es sich mehrheitlich um Fun, gefolgt von Locations. Also scheine ich ein lustiger Mensch zu sein, der viel unterwegs ist - nicht die schlechteste Charakterisierung.

Und wo wir schon bei Listen sind: welches KölnBlog belegt bei Google seit Wochen die ersten Plätze? Genau :o)

Schein ich also doch mehr Leser zu haben als nur die beiden, die ich persönlich kenne...

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